Herbst-Konzert im Kursaal Bad Cannstatt

Aus der Cannstatter Zeitung vom 11.10.19:

Akkordeon- und Gospelklänge im Kursaal

Am Sonntag, den 6. Oktober hatte der 1. Handharmonika-Club Bad Cannstatt 1930 e.V. (HHC) zu seinem alljährlichen Herbst-Konzert eingeladen. Zahlreiche Gäste fanden den Weg zu der im Großen Kursaal stattfindenden Veranstaltung, die durch die Beteiligung des Feuerbacher Gospel- und Spiritual-Chors GoVocal bereichert wurde.

Den ersten Teil des bunten Programms gestalteten die verschiedenen Spielgruppen des Vereins mit volkstümlichen Melodien, im Anschluss daran folgte das 1. Orchester. Besonderen Anklang fand hier die fein nuancierte und farbige Darstellung der vor genau 100 Jahren entstandenen Salonmusik „Auf einem persischen Markt", die bis in die fünfziger Jahre eine enorme Popularität genoss, und die heute zu Unrecht fast vergessen ist. Die Gesamtleitung lag souverän in den Händen des langjährigen Leiters Walter Krebs.

Nach der Pause waren die Gäste am Zug und verzauberten das Publikum mit mitreißenden und zu Herzen gehenden älteren und neueren Liedern aus dem schwarzen Amerika, glänzend vorbereitet von ihrer Chefin Susanne Schempp, die auch die Begleitung des Chors an Klavier und Gitarre übernahm. Einen spontanen Applaus verdiente sich der mitwirkende Perkussionist Harald Mall mit einem furiosen Solo, bei dem er seine verblüffende Handfertigkeit unter Beweis stellte.

Erst nach zwei Zugaben erlaubten die begeisterten Zuhörer dem Chor, die Bühne zu verlassen. Dieser tritt am 7. Dezember nochmals im Großen Kursaal bei einer Benefiz-Veranstaltung auf, während das 1. Orchester des HHC am 26. Januar 2020 im Rahmen des Gemeinschafts-Konzerts der Cannstatter Musikvereine (VCV), ebenfalls im Großen Kursaal, wieder zu hören sein wird.

Walter Krebs mit dem Lied „Ich wart' auf dich", begleitet von den Akkordeonisten des HHC (Herbst 2018)

Jahresausflug 2019

Früh aufstehen hieß es am Morgen des 3. Oktober, als unser diesjähriger Vereinsausflug auf der Agenda stand. Pünktlich um 7 Uhr startete unser Bus bei winterlichen Temperaturen, die sich im Stadtgebiet und auch später während der Busfahrt zwischen 4 und 6 Grad bewegten. Als Ausgleich wurden wir fast den ganzen Tag über mit strahlendem Sonnenschein verwöhnt (wobei der Rest der restlichen Woche verregnet war).

Unser erstes Ziel war Blumberg-Zollhaus im Schwarzwald, welches wir über die A 81 erreichten. Dort rangierte bereits unter Volldampf Lok Nr. 262 (Baujahr 1954 bei Henschel, ehemals eingesetzt bei der Frankfurt-Königsteiner Eisenbahn), die uns über die berühmte „Sauschwänzle"-Strecke zur Endstation Weizen bringen sollte. Bevor wir im Waggon Nr. 3 aus den fünfziger-Jahren (Holzklasse) Platz nehmen konnten, war noch Gelegenheit, im kleinen Bahn-Museum verschiedene Ausstellungsstücke aus der guten alten Dampfbahnzeit zu besichtigen.

Die Sauschwänzle-Bahn, so genannt wegen ihrer abenteuerlichen Streckenführung mit zahlreichen Tunnels, Kehren und Viadukten, wurde aus militärisch-strategischen Gründen in den Jahren 1876 bis 1890 erbaut. Sie überwindet 230 Höhenmeter, verteilt auf einer Länge von 26 km (Luftlinie 9 km), um den Lokomotiven die Steigung erträglich zu machen, unter anderem mit Hilfe eines 360-Grad-Kehrtunnels von 1,2 km Länge, nur um gerade mal 15 m an Höhe zu gewinnen.

Da der Zug die komplette Strecke abwärts rollte, war die Maschine nicht sehr gefordert, und die Passagiere blieben von den bei Aufwärtsfahrt entstehenden dunklen Qualmwolken vollständig verschont. Nach einer Stunde Fahrzeit, wobei auch die Wutachschlucht überquert wurde, kamen wir, bewegt durch Erinnerungen an die Zeit der Dampfeisenbahnen, die die meisten von uns noch aktiv erlebt hatten, in Weizen an, wo uns unser Bus erwartete.

Inzwischen hatte die Sonne den anfangs noch stellenweise vorhandenen Morgennebel vertrieben. In unserem nächsten Ziel Waldshut hatten wir im „Rheinischen Hof" reserviert. Das Mittagessen wurde von den Teilnehmern einhellig gelobt, und so konnte man, frisch gestärkt, einen Stadtbummel anschließen. Praktischerweise konzentriert sich die sehenswerte Altstadt zwischen oberem und unterem Tor auf wenige hundert Meter, so dass wir diese gemütlich und ohne größere Anstrengung genießen konnten. Ein Bilderbuch-Städtchen, blitzsauber hergerichtet und geschmückt, so stellt sich Waldshut seinen Gästen dar.

Auf Anregung unseres bewährten Busfahrers Ralf ließen wir das ursprünglich anvisierte Sankt Blasien buchstäblich links liegen und nahmen eine Strecke östlich davon mit nahezu alpinem Charakter durch den Hotzenwald, um das „Hüsli" in Rothaus anzusteuern. Dieser ehemalige Drehort der Fernseh-Dauerserie „Schwarzwaldklinik" ist als Volkskundemuseum liebevoll mit Möbeln, Hausrat und Volkskunst aus der bäuerlichen Kultur des Schwarzwaldes des 18. und 19. Jahrhunderts eingerichtet, eine absolut sehenswerte einmalige Sammlung, die einzigartige Einblicke in diese rauen Zeiten bot.

Am Schluchsee vorbei ging die Weiterfahrt zum Titisee, wo wir eigentlich gerne noch eine Kaffeepause eingelegt hätten. Zum einen hatte sich aber der Himmel inzwischen bewölkt und es wurde wieder recht kühl, zum anderen konnten wir schon vom Bus aus sehen, dass das Örtchen am Feiertag von Touristen geradezu überflutet worden war, so dass es schwierig geworden wäre, irgendwo ein Plätzchen in ruhiger Atmosphäre zu finden, schon gar nicht am See. So wurde kurzerhand die Heimfahrt beschlossen, und so kamen wir noch bei Tageslicht an unserem Ausgangspunkt Max-Eyth-See an.

Alle Teilnehmer waren sich einig: Wieder ein gelungener und interessanter Ausflug, perfekt organisiert von der Vereinsleitung. Danke!